
Rauch ohne Moor
Malz & Torf
Torf gibt es in Texas nicht, jedenfalls nicht in Mooren, wie sie Schottland bedeckt. Das Klima ist dafür zu warm und zu trocken; Torf braucht Jahrtausende feuchte Kälte, um sich zu bilden. Wer bei Balcones in Waco rauchigen Whiskey will, muss sich also etwas anderes einfallen lassen als ein Moor vor der Tür.
Für den unrauchigen Texas Single Malt „1" verwendet Balcones Golden-Promise-Gerste aus Schottland, gemälzt wie ein klassischer Scotch. Daneben mälzt die Brennerei inzwischen auch texanische Gerste selbst, die erste ihrer Art im Bundesstaat. Beide Wege laufen in denselben Sudkessel, ergeben aber unterschiedlich schwere, unterschiedlich süße Whiskys.
Wer bei Balcones rauchigen Whisky sucht, findet ihn trotzdem: die „1" Peated Texas Single Malt. Hier kommt gemälzte, bereits in Schottland getorfte Gerste zum Einsatz, importiert wie ein fertiges Rohmaterial. Der Torfrauch selbst bleibt also schottisch, nur das Fass und das Klima drumherum sind texanisch.
Richtig texanisch wird der Rauch erst bei Brimstone. Für diesen Corn Whisky zieht der fertige Brand nachträglich durch den Rauch von Scrub Oak, einer niedrigen, zähen Eiche, die in der texanischen Hügellandschaft wächst. Anders als beim schottischen Torfrauch, der Malz beim Darren durchzieht, kommt der Rauch hier erst nach der Destillation dazu, direkt in den fertigen Whisky.
So entstehen in derselben Brennerei zwei völlig verschiedene Rauchnoten: die importierte, torfige aus Schottland und die eigene, holzige aus dem Buschland der texanischen Hill Country.
Dünne, steinige Deckschicht aus verwittertem Kalkstein, kaum tiefgründiger Humus.
Die Wurzel: Der dünne, steinige Boden lässt kaum Wasser stehen, gut für Eichen, schlecht für Ackerbau.