
Ein Zug genügt
Brennen
Die Brennerei in Penderyn brennt anders als fast jede andere Whisky-Region der Welt. Statt zwei oder drei Kupferblasen nacheinander zu benutzen, wie in Schottland oder Irland üblich, steht hier eine einzige Blase mit angeschlossener Reinigungs- und Rektifiziersäule. Entworfen hat sie Dr. David Faraday, ein Nachfahre des Naturforschers Michael Faraday.
In einem einzigen Durchlauf trennt diese Kombination aus Kupferblase und Säule den Alkohol von den unerwünschten Aromen. Am Ende des Zugs verlässt der Rohbrand die Anlage mit rund 92 Prozent Alkohol, einem für Malt-Whisky außergewöhnlich hohen Wert. Weil die Säule laufend reinigt, fällt der zweite oder dritte Brand weg, mit dem andere Brennereien Vor- und Nachlauf vom Herzstück trennen.
Die drei jüngeren Brennereien setzen dagegen auf das klassischere Bild kleiner Kupferblasen, wie man sie aus vielen Craft-Brennereien kennt. In the Welsh Wind destilliert an der Küste von Ceredigion alle eigenen Spirituosen selbst, vom Gin bis zum Single Malt, auf derselben kompakten Anlage.
Coles in Llanddarog geht den Weg vom eigenen Korn bis zur Flasche komplett selbst, Gin, Wodka, Rum und Whisky eingeschlossen. Die Brennerei war die erste in Wales, die das für alle ihre Spirituosen schafft.
Bevor der Rohbrand ins Fass darf, wird er ohnehin mit Wasser auf eine niedrigere Stärke verdünnt, meist um die 63 Prozent Alkohol, wie es in Großbritannien üblich ist. Dieser Schritt gilt für alle vier walisischen Brennereien gleichermaßen, ganz gleich, ob eine oder mehrere Blasen im Spiel waren. Erst danach beginnt für jeden Tropfen die eigentliche, jahrelange Reifung im Fass.