
Ruhig, mild, neutral
Verkosten
Wer Grey Goose und Cîroc nebeneinanderstellt, schmeckt zwei unterschiedliche Ausgangsstoffe heraus, auch wenn beide als neutraler Wodka verkauft werden. Grey Goose wird aus Weichweizen gebrannt. Die Marke beschreibt ihn selbst als rund und leicht süßlich, mit einem Hauch Mandel und milder Würze. Cîroc wird aus Trauben gebrannt und wirkt dagegen oft fruchtiger. Im Antrunk bleibt ein Rest der Frucht, aus der er stammt, spürbar.
Im Vergleich zu einem klassischen Roggenwodka aus Polen fällt vor allem eines auf. Es fehlt die leicht scharfe, brotige Note, die Roggen typischerweise mitbringt. Wer beide Wodkas blind nebeneinander verkostet, erkennt Weizen eher an der Rundheit. Trauben verraten sich eher an einem feinen, fast blumigen Abgang. Wer beide Wodkas kennt, erkennt den Rohstoff oft schon am Geruch.
Für eine ruhige Verkostung reicht ein kleines Glas bei kühler, aber nicht eiskalter Temperatur. Wird der Wodka zu stark heruntergekühlt, betäubt die Kälte die Zunge, und feine Unterschiede zwischen Getreide- und Traubenbrand verschwinden. Zuerst kurz am Glasrand riechen, dann einen kleinen Schluck im Mund verteilen und erst danach schlucken. Das zeigt mehr als das schnelle Kippen aus dem Gefrierfach.
Beide Wodkas werden mit 40 % vol abgefüllt, deutlich über der gesetzlichen Mindestgrenze für Wodka in der EU. Der Unterschied liegt nicht im Alkoholgehalt, sondern im Rohstoff darunter. Genau den schmeckt man am ehesten pur, ganz ohne Cola oder Saft.