
Pyry & Kluski
Wodka & Essen
Das bekannteste Gericht der Stadt heißt schlicht Pyry z gzikiem, Pellkartoffeln mit einem Quark aus saurer Sahne, Zwiebeln und Kräutern. Kartoffel und Kartoffelwodka stammen aus demselben Feld. Deshalb passt ein kalter Schluck zur Erdigkeit des Gerichts, ohne sie zu übertönen.
Auch die Szare kluski, graue Klöße aus rohen, geriebenen Kartoffeln, werden mit Speckwürfeln und gebräunten Zwiebeln serviert. Sie ziehen ihre Farbe und Konsistenz allein aus der Knolle. Ein eiskalter Kartoffelwodka daneben wirkt hier weniger wie eine Beilage als wie eine zweite Form desselben Rohstoffs. Dieser Bezug zur Kartoffel zieht sich durch die ganze Mahlzeit.
Deftiger wird es bei Kaczka poznańska, gebratener Ente mit Apfel und Majoran, einem Sonntagsgericht in vielen Familien der Region. Die Fettigkeit des Fleischs verlangt nach etwas Klarem und Kaltem dazwischen. Ein trockener Roggenwodka wie die Wyborowa schneidet diese Fettschicht sauberer durch als ein süßerer Kartoffelbrand.
Zur Vorspeise gehört oft Czernina, eine dunkle Suppe aus Entenblut und Suppengrün, die vielen Auswärtigen erst einmal fremd vorkommt. Wodka gilt hier nicht als Pflicht zum Essen. Er ist eine von mehreren Möglichkeiten, den intensiven, leicht süßsauren Geschmack der Suppe abzurunden, besonders an kalten Wintertagen.
Grundsätzlich gilt in der Region: kalte, klare Spirituosen zu deftigen, oft fettigen Gerichten, nie umgekehrt. Wer verstehen will, warum gerade die Kartoffel hier sowohl auf dem Teller als auch im Glas landet, muss nur einmal Pyry z gzikiem probieren, kurz bevor das Glas kommt.