Region & Geschichte in der Region Sibirien

Kälte & Handelsweg

Region & Geschichte

In Mariinsk, einer Kleinstadt in der Oblast Kemerowo, liegt die Kälte im Winter oft bei minus dreißig Grad und tiefer. Die Siedlung entstand gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts an einem sibirischen Handelsweg. Später führte hier die Transsibirische Eisenbahn vorbei. Die Oblast ist vor allem als Kohlerevier Kusbass bekannt. Mitten darin liegt jedoch auch fruchtbares Ackerland. Rundherum wechseln sich karge Taiga und offene Steppe ab, eine Landschaft, die wenig verzeiht und viel Geduld verlangt.

1900 kam an diesem Ort eine Brennerei hinzu. Sie belieferte im Verlauf des zwanzigsten Jahrhunderts weite Teile Russlands mit Wodka. Das war lange, bevor eine einzelne Marke daraus einen Namen machte. Das änderte sich 2002. Damals entstand in Mariinsk der Wodka Beluga, benannt nach dem Kaviar-Stör und mit ähnlichem Anspruch auf Feinheit.

2006 kaufte die Unternehmensgruppe Synergy die Brennerei. Sie wollte einen großen Teil ihrer Spirituosenproduktion in Sibirien bündeln. Die Region galt als Standort mit sauberem Wasser und langer Brenntradition, weit weg von den Hauptstädten, aber mit eigenem Gewicht.

Rund vierzehnhundert Kilometer westlich, in Omsk, entwickelten sowjetische Technologen 1976 eine eigene Rezeptur unter dem Namen Sibirskaja. Das Etikett zeigte eine Troika, drei Pferde im Schnee. Es war ein Bild für russischen Winter und sibirischen Frost, das im In- und Ausland Aufmerksamkeit weckte.

2022 verkaufte die Beluga-Gruppe die internationalen Rechte an der Marke. Rund fünfundsiebzig Millionen Dollar zahlte dafür die montenegrinische Noblewood Group, die seit 2023 selbst produziert. Der Markenname reiste damit weiter als die Brennerei, die ihn erfunden hatte. Seine Geschichte aber bleibt an Mariinsk und die Kälte Sibiriens gebunden.

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