
Etschpotschmak & Salz
Wodka & Essen
Rohe Fleisch- und Kartoffelfüllung wandert in ein dreieckig gefaltetes Teigstück. Beim Backen gart sie durch eingegossene Brühe, die durch eine kleine Öffnung hineinläuft. So entsteht Etschpotschmak, eines der bekanntesten Gerichte der tatarischen Küche. Der Name bedeutet wörtlich „drei Ecken“ und beschreibt die charakteristische Form.
Gekochtes Fleisch, breite Nudeln und eine Brühe mit Zwiebeln ergeben zusammen Kullama. Traditionell wird es zu besonderen Anlässen serviert. Der hohe Fettanteil verlangt nach einem Getränk, das den Gaumen zwischendurch klar macht. Ein sauber filtrierter Weizenwodka passt deshalb gut dazu, nicht als Regel, sondern als naheliegende Wahl.
Anders liegt der Fall bei Tschak-Tschak, dem süßen Gebäck aus frittierten Teigstücken in Honigsirup. Es gehört zu jedem Fest, ob mit oder ohne Alkohol am Tisch. Seine Süße würde einen trockenen Wodka eher erschlagen als ergänzen. Klassisch wird es deshalb mit Tee serviert, nicht mit hochprozentigem Getränk.
In russisch geprägten Haushalten der Region kommen zur Wodkatafel eher eingelegte Gurken, saures Kraut und Hering dazu. Diese einfachen Sakuska sollen vor allem eines: die Wirkung des Alkohols abfedern, ohne selbst im Vordergrund zu stehen. Sie kosten wenig, stehen schnell bereit und passen zu fast jedem Wodka der Region.
So stehen auf denselben Tischen der Region oft zwei Küchenlinien nebeneinander. Die eine ist tatarisch-baschkirisch geprägt, mit Etschpotschmak und Kullama. Die andere ist slawisch geprägt, mit Sakuska zum Wodka. Beide erzählen auf ihre Weise, wie in der Wolga-Ural-Region gegessen und getrunken wird.