Wodka-Tasting zu Hause veranstalten

Verkostung selbst organisieren

Wodka-Tasting zu Hause veranstalten

Ein eigenes Wodka-Tasting braucht keine besondere Ausstattung, nur ein paar Flaschen, gleiche Gläser und einen klaren Ablauf. Schon mit einfachen Mitteln lässt sich zu Hause erstaunlich viel über Wodka lernen.

Wie viele Flaschen für den Einstieg reichen

Für den Einstieg reichen drei bis fünf verschiedene Flaschen völlig aus. Mehr Proben klingen zunächst spannend. Sie überfordern die Zunge aber schnell, weil sich Alkohol im Mund summiert. Ab der sechsten oder siebten Probe lassen sich feine Unterschiede kaum noch auseinanderhalten. Eine kleine, überschaubare Auswahl bringt am Ende mehr Erkenntnis als eine große Reihe halb erinnerter Eindrücke.

Sinnvoll ist außerdem eine gewisse Bandbreite: ein Wodka aus Getreide, einer aus Kartoffeln und vielleicht einer aus einem anderen Preissegment. So lässt sich zwischen Marken vergleichen, aber auch zwischen Rohstoffen und Preisklassen. Das verrät am Ende deutlich mehr über den eigenen Geschmack als fünf sehr ähnliche Flaschen nebeneinander.

Blind verkosten zeigt mehr als das Etikett

Wer die Etiketten offen lässt, verkostet automatisch mit im Kopf, was er über Marke oder Preis schon weiß. Das färbt das Urteil oft stärker, als einem bewusst ist. Werden die Flaschen dagegen mit einfachen Zahlen oder Buchstaben markiert und außer Sicht gestellt, zählt nur noch, was tatsächlich im Glas ist.

Ein solcher blinder Vergleich ist gerade bei der Frage nach teuer gegen günstig aufschlussreich. Er nimmt die Erwartungshaltung aus dem Urteil. Für den geselligen Teil des Abends darf am Ende trotzdem aufgedeckt werden, welche Nummer zu welcher Flasche gehörte. Das gehört für viele einfach zum Spaß an so einem Abend dazu.

Der feste Ablauf für einen fairen Vergleich

Damit der Vergleich fair bleibt, sollten alle Proben in derselben Gläserform, mit derselben Füllmenge und bei derselben Temperatur eingeschenkt werden. Am besten beginnt die Reihe mit dem mildesten, neutralsten Wodka. Sie endet mit dem kräftigsten oder ungewöhnlichsten. So gewöhnt sich die Zunge nicht schon zu Beginn an einen intensiven Geschmack.

Zwischen den einzelnen Proben helfen ein Schluck stilles Wasser und ein neutraler Bissen wie Weißbrot, um den Gaumen zurückzusetzen. Kleine Pausen von ein bis zwei Minuten zwischen den Flaschen geben der Zunge außerdem Zeit, sich zu erholen, bevor die nächste Probe kommt.

Notizen statt nur Eindrücke im Kopf

Ein einfacher Zettel pro Flasche mit Platz für Geruch, Geschmack, Textur und Abgang hilft mehr, als es zunächst scheint. Eindrücke von der ersten Probe verblassen schnell, sobald drei oder vier weitere folgen. Schon ein paar Stichworte reichen, etwa würzig, weich, brennend oder cremig. Sie lassen sich später beim Vergleich viel leichter einordnen als eine vage Erinnerung.

Am Ende des Abends lohnt sich ein kurzer Blick auf alle Notizen nebeneinander. Häufig zeigt sich dabei, dass die eigene Reihenfolge von der Reihenfolge beim Einschenken abweicht. Das ist ein gutes Zeichen. Es bedeutet, dass tatsächlich der Inhalt des Glases geurteilt hat und nicht die Erwartung vorher.

Gruppe, Vorbereitung und Gesamtmenge im Blick

Ein solches Tasting lässt sich gut zu zweit oder in einer kleinen Runde von vier bis sechs Personen durchführen. Größere Gruppen werden beim Notieren und Vergleichen schnell unübersichtlich. Wichtig ist außerdem, die Gesamtmenge über den Abend im Blick zu behalten. Bei fünf Proben zu zwei Zentilitern kommt schon eine ordentliche Menge reinen Alkohols zusammen, auch wenn jeder einzelne Schluck klein wirkt.

Wasser, etwas zu essen und ausreichend Pausen zwischen den Proben halten den Abend angenehm statt anstrengend. Ein Tasting ist am Ende erfolgreich, wenn alle Teilnehmenden hinterher sagen können, welcher Wodka ihnen am besten gefallen hat und warum. Wie viel insgesamt getrunken wurde, zählt dabei nicht.

Für die Vorbereitung reicht ein Nachmittag: Flaschen kühlen, Gläser spülen und an der Luft trocknen lassen, Wasser und ein paar neutrale Häppchen bereitstellen. Wer mag, druckt die Notizzettel vorher aus oder legt einfach Karteikarten und Stifte bereit. So muss während des Abends nichts mehr organisiert werden. Die Aufmerksamkeit bleibt ganz bei den Gläsern.

Eine feste Reihenfolge, in der jede Flasche eingeschenkt wird, verhindert außerdem Durcheinander in einer größeren Runde. Eine Person übernimmt am besten das Einschenken und die Zuordnung der Nummern. So können sich alle anderen ganz auf das Riechen und Schmecken konzentrieren, ohne sich um den Ablauf kümmern zu müssen.

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