
Borschtsch & Pampuschky
Wodka & Essen
Nichts steht so sehr für die Küche dieser Region wie ein tiefroter Teller Borschtsch. Dazu gehören warme Pampuschky, kleine Knoblauchbrötchen, die man in die Suppe tunkt oder pur isst. Rote Bete, Kohl, Bohnen und viel Dill treffen hier auf eine kräftige Fleischbrühe. Kaum ein Gericht wird in dieser Gegend so oft und so selbstverständlich gekocht.
Zum Borschtsch gehört traditionell auch etwas Klares zum Trinken. Es ist kein süßer Wein, sondern ein kalter Wodka in einem kleinen Glas. Die Säure der roten Bete und die Fettigkeit der Brühe vertragen sich gut mit einem neutralen, hochprozentigen Getränk. Es setzt den Gaumen zwischen den Löffeln zurück.
Salo, dünn geschnittener gepökelter Schweinespeck, zählt zu den wichtigsten Sakuska der Region. Man reibt ihn oft mit Knoblauch ein und legt ihn auf Schwarzbrot. Sein hoher Fettanteil bindet einen Teil des Alkohols im Magen. Das macht den nächsten Schluck Wodka spürbar milder.
Eingelegte Gurken und Tomaten, oft selbst eingekocht, liefern die Säure, die zu Salo und Wodka gleichermaßen passt. Ein Stück eingelegter Fisch, meist Hering, ergänzt die Reihe an salzigen, sauren Häppchen. Sie stehen neben der Suppe auf dem Tisch.
Warm serviert wird Wodka hier nie, auch nicht zum heißen Borschtsch. Das Glas kommt eiskalt aus dem Gefrierfach, während die Suppe noch dampft. Dieser Kontrast zwischen heiß und eiskalt gehört für viele fest zum Essen dazu.
Am Ende einer Mahlzeit bleibt oft nur ein letztes kleines Glas übrig, mehr Abschluss als Getränk. Der Teller mit den Resten von Salo und Gurken steht dann meist noch auf dem Tisch.