
Getreide & Textur
Verkosten
Wodka aus dieser Region schmeckt selten neutral im strengen Sinn, auch wenn er als geschmacksneutral verkauft wird. Weizen aus der Schwarzerde bringt eine leichte, fast brotige Süße mit. Sie fällt im Mund zuerst auf, noch bevor der Alkohol selbst spürbar wird. Das ist kein Zufall, sondern die direkte Folge des Getreides, aus dem der Wodka stammt.
Khortytsa ist benannt nach der Insel bei Saporischschja und wird dort seit 2003 gebrannt. Nach Angaben des Herstellers gilt er als einer der international meistverkauften ukrainischen Wodkas. Er schmeckt glatt und relativ mild, mit einer feinen Süße, die vom Weizen stammt.
Pervak setzt dagegen auf zwei klassische Brenndurchgänge mit geröstetem Brot im zweiten Lauf. Er schmeckt dadurch runder und leicht rauchig-brotig, näher an dem, was hausgebrannter Wodka früher war. Chlibnyj Dar aus der Region um Tscherkassy wirkt dagegen trockener und schärfer im Antrunk. Alle drei liegen wie fast jeder ukrainische Wodka bei rund 40 Prozent Volumen. Der Unterschied liegt allein in Rohstoff und Brennverfahren.
Zum Probieren reicht ein kleines, schmales Glas, das vorher kurz im Gefrierfach stand. Man riecht zuerst am kalten Glas. Dann nimmt man einen kleinen Schluck und lässt ihn kurz im Mund. Man sollte ihn nicht wie einen Kurzen einfach hinunterstürzen.
Der Nachgeschmack verrät am meisten über die Qualität. Ein guter Wodka aus Weizen hinterlässt eine milde Süße und kaum Brennen im Hals. Ein schlechter schmeckt dagegen vor allem nach Alkohol und wenig sonst.
Zwischen den Proben hilft ein neutraler Bissen Brot oder eine Gurke. So setzt sich die Zunge zurück, und der nächste Wodka schmeckt nicht nach dem vorherigen.