
Auster, Kartoffel, Ahorn
Wodka & Essen
Amerikanische Wodkaküche kennt keine Sakuska-Tafel wie in Polen oder Russland. Dafür hat sie eigene, feste Rituale. Am bekanntesten ist die Bloody Mary zum Brunch: Tomatensaft, Gewürze und Wodka. Serviert wird sie mit Selleriestange, Oliven oder einem Streifen Bacon, je nach Bar. Feste Regeln, wann und wie viel man dabei trinkt, gibt es kaum. Am Küchentisch zählt eher der gemeinsame Moment als ein festes Ritual mit klaren Regeln.
An der amerikanischen Ostküste gehören rohe Austern zur Wodka-Tradition der Raw Bars. Ein eiskalter Wodka begleitet dort einen Teller Austern auf Eis. Beide Seiten sollen kühl und klar bleiben, damit sie sich gegenseitig nicht überdecken. Die Kombination gilt an vielen Küstenorten von Boston bis Virginia als Klassiker.
In Idaho liegt die Verbindung näher am Feld. Ein Baked Potato mit Butter und Sauerrahm steht neben einem Glas Kartoffelwodka von Grand Teton Distillery oder 44° North. Beide Produkte stammen aus derselben Knolle. Nur der Weg dahin ist getrennt: das eine wandert in den Ofen, das andere in die Brennerei. Beide Distillerien liegen nur wenige Autostunden von den Kartoffelfeldern entfernt, aus denen der Rohstoff stammt.
In Vermont trifft der Molkewodka Vermont White von Vermont Spirits auf das, was aus derselben Molkerei kommt. Käse und Frischkäse dienen dort als Snack dazu. Der Ahornwodka Vermont Gold passt eher zu Pancakes mit echtem Ahornsirup. Wer beide Wodkas nacheinander probiert, schmeckt den Unterschied zwischen Milch und Baum in einem einzigen Schluck.