
Brisket, Tacos, Fajitas
Wodka & Essen
Wer in Lockhart oder entlang des alten Chisholm Trail zu Mittag isst, landet fast automatisch bei stundenlang geräuchertem Rindfleisch. Gebrannt wird über Post-Oak-Holz, am wichtigsten ist das Bruststück, das hier Brisket heißt. Die Tradition geht auf deutsche und tschechische Einwanderer zurück. Sie betrieben im 19. Jahrhundert dort Fleischereien mit angeschlossenen Rauchöfen.
Lockhart trägt seit einem Beschluss des texanischen Senats von 2003 offiziell den Titel „Barbecue-Hauptstadt von Texas“. Restaurants wie Black's Barbecue servierten dort schon in den 1950er-Jahren reines Brisket. Das fettreiche, schwer zu garende Stück setzte sich in ganz Texas aber erst in den 1960er-Jahren durch.
Zu diesem fettigen, stark geräucherten Fleisch passt ein einfacher Vodka Soda mit Limette besser als ein süßer Cocktail. Die Kohlensäure und die Säure der Limette schneiden durch das Fett. Den Rauchgeschmack überdecken sie dabei nicht, anders als es ein stark aromatisierter Drink täte.
Neben dem Rauch der Grills prägt Tex-Mex die zweite große Küche der Region. Fajitas gehen auf mexikanisch-stämmige Vaqueros in Südtexas zurück, die das damals billige Rocksteak der Rinder über Mesquiteholz grillten. Populär im ganzen Land wurde das Gericht erst durch Ninfa Laurenzo in ihrem Restaurant Ninfa's in Houston.
In Austin selbst dreht sich der Sonntagvormittag oft um Breakfast Tacos, gefüllte Tortillas mit Ei, Speck und Käse. Um deren Erfindung streiten sich Austin und San Antonio bis heute. Dazu gehört in vielen Brunch-Lokalen eine Bloody Mary, der klassische Wodka-Cocktail mit Tomatensaft. Er begleitet die Schärfe der texanischen Küche eher, als sie zu übertrumpfen.