
Weich, leicht süßlich
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Auf der Zunge zeigt sich der texanische Maiswodka mild, fast cremig, mit einem sehr dezenten, leicht öligen Abgang. Schärfe oder ein deutlich brennendes Gefühl, wie man es von manchen anderen Getreidewodkas gut kennt, sucht man hier meist vergeblich.
Wer vorher einen polnischen Roggenwodka probiert hat, bemerkt den Unterschied sofort. Roggen bringt Schärfe und eine würzige Note mit, Mais wirkt runder und weicher auf der Zunge. Genau diese Milde ist es, die viele amerikanische Bargäste an Tito's Handmade Vodka schätzen.
Deep Eddy Vodka aus Austin setzt zusätzlich auf zugesetzte, echte Fruchtaromen wie Zitrone oder Grapefruit. Die TTB-Regeln erlauben das seit 2020 ausdrücklich. Der Grundwodka darunter bleibt aber ähnlich mild wie bei Tito's. Das überrascht kaum, schließlich stammen beide Marken aus Mais und aus derselben Stadt.
Am besten probiert man beide zuerst leicht gekühlt statt eiskalt. Ein kleines Glas und ein winziger Schluck reichen, den man kurz im Mund hält. Erst wenn keine Schärfe nach Aceton oder Lösungsmittel auftaucht, sondern nur die milde Maisnote, war das Destillat sauber. Danach darf das Glas ruhig wieder ins Eisfach zurück, wie es in Texas üblich ist.
Wer beide Marken nebeneinander probiert, schmeckt vor allem den Unterschied in der Zugabe, nicht in der Basis. Tito's bleibt bewusst pur, Deep Eddy setzt auf Frucht obendrauf. Für einen ersten Eindruck von texanischem Wodka reicht eines der beiden Gläser völlig. Beide zeigen, wie unterschiedlich Mais im Glas wirken kann.