
Eiskalt zum Barbecue
Trinkkultur
Wodka wird in Texas fast nie pur bei Zimmertemperatur getrunken. Die Standardbestellung an der Bar heißt „vodka soda“: Wodka, Sodawasser, ein Spritzer Limette, dazu reichlich Eis, das in der texanischen Hitze schneller schmilzt, als ein Barkeeper nachschenken kann. Wer stattdessen einen Cocktail mit viel Zucker bestellt, gilt in vielen Bars in Austin schon fast als Ausnahme.
Tito's wurde über genau diese einfache Bestellung landesweit bekannt. In amerikanischen Bars gilt „Tito's and soda“ seit den späten 2010er-Jahren fast als geflügeltes Wort für eine unkomplizierte, kalorienbewusste Wahl, oft ergänzt um die Werbeaussage der Brennerei, ihr Maiswodka sei von Natur aus glutenfrei.
Getrunken wird er selten allein. Zu Grillabenden im Garten, zu Tailgate-Partys vor Football-Spielen der University of Texas oder zu Feiern am See gehört in Austin oft eine Kühlbox voller Eis und eine Flasche Wodka aus der eigenen Stadt, geteilt in großer Runde statt in kleinen Gläsern. An heißen Sommerabenden bleibt die Kühlbox oft bis weit nach Mitternacht offen.
Diese Vorliebe fürs Eiskalte ist keine Mode, sondern eine Klimafolge: Bei Temperaturen weit über dreißig Grad verlangt fast jedes Getränk in Texas nach Kühlung, Wodka eingeschlossen. Pur und ungekühlt trinkt ihn hier kaum jemand.
Ein förmlicher Trinkspruch wie in Osteuropa gehört nicht zur texanischen Bar-Kultur. Stattdessen reicht meist ein kurzes „Cheers“ oder „Here's to Texas“, bevor die Gläser aneinanderstoßen und die nächste Runde bestellt wird.