Filtration in der Region Texas & Austin

Kohle ohne Mythos

Filtration

Viele Wodkamarken werben mit der Zahl ihrer Filtrationsschritte, durch Birkenkohle, Quarzsand oder Silber. Diese Tradition stammt ursprünglich aus Osteuropa. Belegbar ist davon wenig. Aktivkohle bindet zwar tatsächlich Fuselöle und andere Nebenprodukte der Gärung, doch der Effekt lässt nach den ersten Durchgängen deutlich nach. Zehn oder zwanzig Filterstufen verändern einen bereits sauberen Alkohol kaum noch messbar.

In Texas fällt diese Zahlenwerbung leiser aus als andernorts. Anderswo werben Marken gern mit Zahlen wie zehnfacher oder gar vierzigfacher Filtration. Tito's Handmade Vodka stellt in der eigenen Kommunikation dagegen die sechsfache Destillation in kupfernen Brennblasen heraus. Eine bestimmte Filterzahl nennt die Marke nicht.

Das ist folgerichtig. Den größten Teil der geschmacklichen Reinheit erzeugt schon die mehrfache Destillation selbst, weil dabei die schwereren und die besonders flüchtigen Verbindungen abgetrennt werden. Eine Filterkerze danach entfernt vor allem letzte Spuren und feine Trübstoffe. Sie rettet aber kein schlecht gebranntes Destillat. Die US-Vorschrift 27 CFR 5 schreibt ohnehin kein bestimmtes Filterverfahren vor, sondern nur die fertige Mindeststärke und die Grundstoffe.

Auch Deep Eddy Vodka aus Austin folgt diesem Muster. Der Alkohol wird mehrfach gebrannt und danach nur kurz durch Aktivkohle geführt, statt mit vielen Filterstufen zu werben. Die Marke setzt ihr Marketing stärker auf zugesetzte Fruchtaromen als auf den Reinigungsschritt selbst.

Trotzdem läuft auch texanischer Wodka vor der Abfüllung durch Aktivkohle. Sie sorgt vor allem dafür, dass die Flüssigkeit glasklar bleibt. Feine Partikel, die sich bei starker Kühlung als Trübung zeigen könnten, bleiben so aus. Das ist bei einem Getränk wichtig, das in Texas fast immer eiskalt serviert wird, oft direkt aus dem Gefrierfach.

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