
Importierter Hopfen
Hopfen
Hopfen wächst im Großraum Buenos Aires nicht. Die Pflanze braucht kühle Nächte und lange Sommertage, und die findet man in Argentinien erst weit im Süden. Wer in der Hauptstadt braut, bezieht den Hopfen deshalb aus dem Land selbst oder aus dem Ausland.
Viele Brauer in Buenos Aires importieren amerikanische, deutsche oder neuseeländische Sorten. Das liegt an der Auswahl: Cascade und Citra aus den USA liefern Zitrus und Grapefruit, die deutschen Edelsorten Würze und Kräuter, die neuseeländischen oft tropische Frucht.
Hopfen hat zwei Aufgaben. Als Bitterhopfen kommt er früh in den Sud und gibt dem Bier seine Bittere, gemessen in IBU, den International Bitterness Units. Als Aromahopfen wird er spät zugegeben oder sogar nach der Gärung ins Fass gelegt, was man Kalthopfung nennt. Dann bleibt das Aroma erhalten, ohne dass das Bier bitterer wird.
Die großen Lager wie Quilmes Cristal setzen auf wenig Hopfen. Die Bittere liegt bei einem internationalen hellen Lager laut BJCP-Richtwert nur zwischen 18 und 25 IBU. Ein American Pale Ale reicht dagegen von 30 bis 50 IBU und riecht deutlich nach Frucht.
Für das Wirtshaus um die Ecke bedeutet das: Das Lager im Chopp schmeckt vor allem nach Malz und Kälte, das Pale Ale in der Pinta nach Hopfen. Die Brauer der Stadt wählen ihre Hopfenmischung deshalb je nach Stil, und der Einkauf hängt am Weltmarkt, nicht an einem Feld vor der Tür.