
Cascade und Galaxy
Hopfen
Woher kommt der Hopfen für ein westaustralisches Pale Ale? Nicht aus Perths Umland. Australiens Hopfenbau liegt in Tasmanien und Victoria, und viele Brauer ergänzen ihn mit Importen aus den USA. Zwei Sorten prägen das Bild: Galaxy und Vic Secret, beide aus Australien, und Cascade aus Nordamerika.
Cascade ist eine amerikanische Sorte von 1972 und gilt als Muster für das, was man später „Craft-Hopfen“ nannte. Sie duftet nach Grapefruit und Blüten. Little Creatures setzte damit nach Angaben der Brauerei von Anfang an auf einen Pale-Ale-Stil nach amerikanischem Vorbild, der in Australien damals ungewohnt war.
Galaxy dagegen riecht nach Maracuja und Pfirsich. Solche tropischen Töne machen heute den Reiz vieler australischer Hopfenbiere aus. Man bekommt sie, wenn der Hopfen erst spät oder nach der Gärung zugegeben wird statt früh im Sud, die sogenannte Kalthopfung. Dabei zieht er nur Duft ins Bier und kaum Bitterkeit, weil die Hitze fehlt, die Bitterstoffe löst.
Bittere und Aroma sind zwei getrennte Dinge. Wer Hopfen früh kocht, gewinnt Bitterkeit, gemessen in IBU, einer Einheit für Bitterstoffe: je höher, desto herber. Wer ihn spät zugibt, gewinnt Duft. Feral Hop Hog zeigt die Handschrift der Region: ein Bier, das mehr nach Hopfen duftet, als es bitter schmeckt. Wie stark die Bitterkeit ausfällt, entscheidet am Ende die Rezeptur der Brauerei, denn Hopfen allein macht noch kein Bier: Er braucht ein Malzgerüst, das ihn trägt, und eine Hefe, die ihn zur Geltung kommen lässt. Zu viel Bittere ohne Malz schmeckt scharf, zu wenig lässt das Bier flach wirken.