
Zurückhaltend, Gewürze
Hopfen
Beim Witbier steht der Hopfen im Hintergrund. Die Stilnorm der BJCP nennt 8 bis 20 IBU, also eine geringe Bittere, die den Geschmack nur leicht stützt. Der Hopfen soll das Bier nicht dominieren, sondern Platz lassen für das, was den Stil ausmacht: Weizen, Zitrusfrucht und Gewürz. Ein Witbier schmeckt deshalb frisch statt herb.
Hopfen wächst in Flämisch-Brabant nicht in nennenswertem Umfang. Belgiens bekanntes Anbaugebiet liegt bei Poperinge in Westflandern, das in einer anderen Region der Reise behandelt wird. Für das Brabanter Witbier genügen milde Aromasorten, die kaum Bittere, aber etwas Würze mitbringen.
Was dem Bier sein Aroma gibt, sind die zwei Zutaten, die in Witbier traditionell neben Hopfen stehen: Koriandersamen und Orangenschalen. Beim Koriander handelt es sich um die getrockneten Früchte der Pflanze, die frisch und leicht süßlich-würzig riechen. Die Orangenschalen stammen von Bitterorangen, oft als Curaçao-Orange bezeichnet, und bringen eine herbe Zitrusnote.
Die Brauer geben diese Gewürze spät in den Kessel, damit ihr Duft nicht verfliegt. Je nach Haus unterscheidet sich die Dosierung, manche arbeiten mit einer Spur zusätzlicher Gewürze. Im Glas soll die Würze schwach bleiben: Wer sofort Koriander schmeckt, hat meist zu viel erwischt. Gut gemacht, wirkt das Ganze eher wie ein Hauch Orangenschale auf einem frischen Weizenbier. So verstehen es auch die Brauer in Hoegaarden, die mit Pierre Celis ihren Stil prägten und bis heute auf diese feine Balance zielen.