
Witbier & Lager
Bierstile
Was ist ein Witbier? Es ist ein helles, trübes Weizenbier mit Koriander und Orangenschale. Nach der BJCP-Stilnorm hat es eine Stammwürze von 11 bis 12,9 Grad Plato, 4,5 bis 5,5 Prozent Alkohol und nur 8 bis 20 IBU. Das englische Wort „white beer“ bedeutet dasselbe wie „wit“ in Flandern und „blanche“ in der Wallonie.
Wie unterscheidet sich Witbier von deutschem Weizenbier? Beide sind obergärig, aber das deutsche Weizenbier verlangt mindestens die Hälfte Weizenmalz und lebt von Banane und Nelke aus der Hefe. Das Witbier nimmt rohen Weizen und setzt auf Orange, Koriander und einen frischen Abgang. Es ist heller, leichter und weniger fruchtig-schwer.
Auch die großen Leuvener Lagerbiere gehören zur Region. Stella Artois ist ein goldenes, untergäriges Bier nach Pilsner Art, das weltweit verkauft wird. Es steht für die industrielle Seite der Stadt und ist das Gegenstück zum handwerklichen Witbier aus dem Nachbarort. Der Unterschied liegt im Malz und in der Hefe: Stella braucht reines Gerstenmalz, untergärige Hefe und eine lange, kühle Reifung, das Witbier dagegen rohen Weizen und obergärige Hefe.
Zwischen beiden Welten liegt die Frage nach der Wiederbelebung. Hoegaarden zeigt, dass ein Stil, der fast ausgestorben war, mit einem einzigen engagierten Brauer zurückkehren kann. Ob man das Ergebnis heute als handwerkliche Tradition oder als Konzernprodukt sieht, hängt davon ab, wen man fragt. Wer beide Biere probiert, versteht schnell, warum Leuven und Hoegaarden zusammengehören, obwohl sie so verschieden schmecken.
Witbierobergärig
- Stammwürze
- 11–12,9 °P
- Alkohol
- 4,5–5,5 % vol
- Bittere
- 8–20 IBU
- Farbe
- 4–8 EBC
Blass, trüb, Weizen, Koriander und Orangenschale, frisch, leicht säuerlich.