
Alter Hopfen
Hopfen
Wie bitter ist Lambic? Fast gar nicht, denn die Brauer verwenden gealterten Hopfen, der kaum noch Bittere abgibt. Er lagert mehrere Jahre, bis sein Aroma verflogen ist, und dient dann nur noch als Schutz gegen unerwünschte Keime.
Die Stilnorm legt Lambic auf 0 bis 10 IBU fest. IBU ist die Skala für die Bittere, und 10 ist sehr mild. Zum Vergleich: Ein deutsches Pils liegt bei 22 bis 40. Wer Gueuze trinkt, schmeckt deshalb Säure und Frucht, aber keine Hopfenbittere.
Hopfengärten gibt es in Brüssel nicht. Der belgische Hopfenanbau konzentriert sich auf Poperinge im Westen des Landes, weit von der Hauptstadt entfernt. Die Sorten, mit denen ein Brüsseler Betrieb braut, kommen von dort oder aus anderen Anbaugebieten.
Anders arbeitet die Brasserie de la Senne. Ihr helles Taras Boulba hat nach Angaben der Brauerei nur 4,5 % vol und ist trotzdem kräftig gehopft und trocken im Abgang. Hier stehen Bittere und Aroma des Hopfens im Vordergrund, nicht seine Schutzwirkung. Die Bittere misst man in IBU, und Taras Boulba liegt damit deutlich über jeder Gueuze. Das ist der Grund, warum viele Gäste nach einem Glas Lambic gern zu einem Hopfenbier wechseln.
Beide Haltungen liegen in einer Stadt nebeneinander. Das eine Bier lebt von altem Hopfen und wilder Hefe, das andere vom frischen Aroma. Wer den Unterschied schmecken will, stellt Gueuze und Taras Boulba nebeneinander.