
Hopfenstadt Poperinge
Hopfen
Poperinge nennt sich selbst die Hopfenhauptstadt Belgiens, und der Titel passt: Rund um die Stadt stehen die Gerüste, an denen die Reben im Sommer mehrere Meter hochklettern. Nach Angaben des belgischen Hopfenverbands bauen 17 Hopfenbauern der Gegend auf rund 155 Hektar an.
Das ist wenig gegen die Hallertau, aber viel für ein Land, in dem Hopfen sonst kaum wächst. Früher war es mehr. Bis in die 1960er Jahre wog man den Hopfen in der Stadsschaal, dem Stadtwaag- und Prüfhaus von Poperinge. Dort wurde der Hopfen gewogen und beurteilt, bevor er an die Brauer ging. Heute steht im selben Gebäude das Hopmuseum.
Wofür braucht Bier überhaupt Hopfen? Die Dolden liefern Bittere, die der Süße des Malzes entgegenwirkt, und Aromaöle, die an Kräuter, Blüten oder Zitrus erinnern. Wer früh im Sud hopft, bekommt vor allem Bittere. Wer spät hopft, rettet das Aroma. Bei belgischen Starkbieren bleibt der Hopfen eher Begleiter als Hauptrolle.
Die Ernte fällt in den Spätsommer. Dann wird der Hopfen geschnitten, von den Reben gelöst und getrocknet. Gefeiert wird sie bei den Hommelfeesten, einem Bier- und Hopfenfest, das alle drei Jahre am dritten Septemberwochenende stattfindet. Nach Angaben der Stadt arbeiten dabei über 1.300 Freiwillige mit.
Auch außerhalb des Kessels spielt die Pflanze eine Rolle. Im Frühjahr kommen die jungen Triebe als Hopscheuten auf den Tisch, ein Gemüse, das man in Poperinge kennt wie anderswo den Spargel.