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Hopfen
Hopfenanbau kennt man in Südbrasilien kaum. Die Brauereien in Blumenau beziehen ihren Hopfen überwiegend aus dem Ausland, vor allem aus Deutschland und den USA. Dort liegen die größten Anbaugebiete der Welt, und von dort kommen die Sorten, die auch hier gebraucht werden.
Für das helle Lager des Chopp genügt eine sanfte Bittere. Der Hopfen soll nur ausgleichen, nicht auffallen. Bei einem Pils nach deutschem Vorbild darf er stärker hervortreten, bei amerikanisch geprägten Bieren wie denen von Lagunitas steht das Hopfenaroma im Vordergrund.
Beim Catharina Sour bleibt der Hopfen bewusst im Hintergrund. Laut Stilnorm liegt die Bittere sehr niedrig, zwischen 2 und 8 IBU. Das ist die Maßzahl für Bitterstoffe: Je niedriger sie ist, desto weniger stört der Hopfen die Frucht. Die Säure übernimmt die Rolle, die sonst die Bittere spielt.
Nur gelegentlich kommen Aromahopfen dazu, die ein wenig Zitrus oder tropischen Duft beisteuern, ohne die Säure zu überdecken. Auch das entscheidet jede Brauerei für sich.
Bittere und Aroma sind zwei verschiedene Dinge. Die Bittere stammt von Alphasäuren, die beim Kochen der Würze in Lösung gehen. Das Aroma kommt von ätherischen Ölen, die beim Kochen verfliegen und deshalb erst spät oder sogar nach der Gärung zugegeben werden. Das nennt man Kalthopfung.
Im Chopp ist beides zurückhaltend, im Catharina Sour fast unsichtbar, in den Bieren nach amerikanischem Vorbild dagegen deutlich. Wer das vergleichen will, probiert am besten ein helles Lager und ein Hopfenbier direkt nacheinander und achtet auf den Nachklang im Mund.