
Aus Europa
Hopfen
Wächst in Ribeirão Preto Hopfen? Kaum, denn die Pflanze liebt lange Sommertage und einen kalten Winter, und beides fehlt im tropischen Landesinneren. Die Brauereien in der Region beziehen ihre Dolden aus Europa und Nordamerika, meist als gepresste Pellets, die sich gut lagern und verschicken lassen.
Für das Bier Cauim nennt Colorado tschechischen Hopfen. Das ist eine bewusste Wahl, denn Hopfen aus Böhmen gilt als fein und würzig und drückt ein Bier nicht ins Bittere. Er passt zu einem Rezept, das mit einer süßlichen Wurzel wie Maniok ohnehin schon genug Eigengeschmack mitbringt.
Hopfen erfüllt zwei Aufgaben im Bier. Er macht es bitter, damit die Süße des Malzes nicht klebrig wirkt, und er gibt Duft und Aroma mit. Fachleute messen die Bittere in IBU, den International Bitterness Units, einem Wert für die Menge der Bitterstoffe in einem Bier. Je höher die Zahl, desto herber wirkt das Getränk.
Für ein India Pale Ale braucht es besonders viel davon. Das Bier Indica ist nach dem Vorbild der englischen Exportbiere gebraut, die man in die Kolonien nach Indien schickte. Dazu kommt hier der brasilianische Dreh mit der rapadura, die der Hopfenbittere etwas Rundes entgegensetzt.
Der einfachste Beweis für den Hopfen ist die Nase. Hält man ein frisch gezapftes Colorado-Bier unter die Nase, riecht man ihn zuerst, noch vor dem Malz. Beim Chopp der alten Schule dagegen steht der Hopfen im Hintergrund. Er soll nur einen leichten Zug in den Abgang bringen, damit das Getränk durstlöschend bleibt.