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Hopfen in der Region Valdivia & Seengebiet

Bitter im Regenwald

Hopfen

Hopfen gibt dem Bier die Bittere und, je nach Sorte und Zeitpunkt der Zugabe, auch Duft nach Kräutern, Blüten oder Zitrus. Chile ist kein großes Hopfenland, doch im Süden wächst das Interesse. Im Gebiet von Los Ríos gibt es einen Betrieb, der sich auf den Anbau von Hopfen spezialisiert hat.

Die Anwandter-Brauerei verbrauchte schon im 19. Jahrhundert enorme Mengen. Die Firmengeschichte nennt 30.000 Kilogramm im Jahr 1889, 35.000 im Jahr 1898 und 60.000 Kilogramm im Jahr 1914. Bei 25 Millionen Litern Jahresausstoß sind das rechnerisch gut zwei Gramm Hopfen je Liter.

Wie bitter ein Bier schmeckt, misst man in IBU, den International Bitterness Units. Ein helles Lager liegt oft zwischen 16 und 30. Ein kräftiger gehopftes Ale kann deutlich darüber liegen. Der Hopfen kocht dazu in der Würze, und die Alphasäuren, die dabei aus den Dolden gelöst werden, machen das Bier bitter.

Wer Aroma will, gibt den Hopfen erst spät in den Kessel oder legt ihn später kalt ins Bier. Bei dieser Kalthopfung bleiben die flüchtigen Duftstoffe erhalten, die sonst im Kochen verdampfen. Genau damit arbeiten Craft-Brauer weltweit, wenn sie ein Pale Ale oder ein IPA brauen.

Ein eigenes Hopfengebiet ist Valdivia bisher nicht. Der kleine Anbau in Los Ríos zeigt, wohin die Reise gehen kann, doch Hopfenmengen für ganze Brauereien sind damit noch nicht gedeckt. Für die Cervecería Anwandter in Valdivia reichte der Hopfen aus dem eigenen Land vermutlich nie, solche Mengen kamen aus fernen Anbaugebieten.

Dass Hopfen überhaupt in Valdivia ankam, zeigt, wie eng die Stadt mit dem Welthandel verbunden war. Ein Hafen am Fluss und Schiffe aus Europa machten es möglich, einen Rohstoff zu beziehen, der im kühlen Süden Chiles lange kaum wuchs.

Dazu im Lexikon

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