
Kalt und leicht
Verkosten
Wie schmeckt Tsingtao-Bier? Frisch gezapft nach Brotkruste und etwas Honig, mit einem Hauch Heu im Hintergrund und einer zarten Bittere, die schnell verschwindet. Das Standardbier der Tsingtao Brewery hat etwa 4,7 Prozent Alkohol, es ist leicht, trocken und fast ohne Nachgeschmack.
Zum Vergleich eignet sich das Tsingtao 1903, das die Brauerei als Erinnerung an die Anfänge verkauft. Wer beide nebeneinander probiert, schmeckt eher kleine Unterschiede im Körper und in der Malzsüße als große Gegensätze. Das passt zu einem Stil, der auf Sauberkeit zielt und nicht auf Charakter. Probieren lässt es sich in der Qingdao Bierstraße an der Dengzhou Lu.
Getrunken wird in Qingdao aus einfachen Gläsern, oft aus dickwandigen Humpen, und beim Mitnehmen aus der Tüte. Bier in der Tüte ist in Qingdao ein Alltagsbild. Die Tüte ist ein durchsichtiger Plastikbeutel, der am Zapfhahn gefüllt, oben zugeknotet und mit einem Strohhalm versehen wird. So geht man damit am Strand spazieren oder setzt sich an einen Plastiktisch.
Die ideale Temperatur liegt bei vier bis acht Grad, kälter als bei den meisten europäischen Bieren. Das Bier wärmt im Glas schnell auf, deshalb sind die Gläser klein und werden zügig nachgefüllt. Beim Einschenken kippt man das Glas leicht und lässt den Schaum erst zum Schluss entstehen.
Für Neulinge gilt: Das Bier ist mild, aber es hat Alkohol. In der Hitze und bei großen Mengen wirkt er schnell, und eine Tüte fasst oft mehr als ein Glas. Am Zhanqiao-Pier wie am Strand von Huangdao trinkt man deshalb langsam.