
Krug und Weißbierglas
Verkosten
Ein Allgäuer Helles riecht nach Getreide und frischem Brot, im Mund ist es weich und fast trocken, und der Hopfen bleibt im Hintergrund. Vor dem ersten Schluck lohnt der Blick aufs Glas: Das Bier soll klar goldgelb sein, der Schaum fein und weiß. Als Beispiel taugen die Hellen von Zötler in Rettenberg oder vom Allgäuer Brauhaus in Kempten.
Das Allgäuer Büble Bier gibt es nach Angaben des Brauhauses seit den frühen 1950er Jahren. Es erinnert an eine Gewohnheit von früher: Noch Großväter wurden von ihren Vätern ins Wirtshaus geschickt, um offenes Bier im Krug nach Hause zu tragen.
Etwas anderes ist das Weißbier, etwa aus der Klosterbrauerei Irsee. Es duftet nach reifer Banane und Gewürznelke und hat im Mund Spritzigkeit und Cremigkeit. Aus Irsee kommt auch das Kloster-Urtrunk, ein unfiltriertes, mildes Bier mit leichtem Hefearoma.
Ein Helles schmeckt am besten bei etwa 6 bis 8 Grad, ein Weißbier ähnlich kühl. Zu kalt, und das Aroma verschwindet. Das Helles kommt in den Krug oder die Halbe, das Weißbier in das hohe, schlanke Weißbierglas. Dort fängt es den dichten Schaum auf und zeigt die Trübung.
Beim Einschenken des Weißbiers hält man das Glas schräg, lässt das Bier an der Wand hinunterlaufen und schwenkt den Rest der Flasche kurz, damit die Hefe vom Boden in das Glas kommt. Das macht die Trübung und gibt dem Bier etwas mehr Körper.