
Weisse & Pils
Bierstile
Was ist Berliner Weisse? Ein helles, trübes, saures Weizenbier mit sehr wenig Alkohol. Wie viel Alkohol hat sie? Nach BJCP liegen 2,8 bis 3,8 Prozent vol. im Rahmen, und heutige Weissen liegen meist um 3 Prozent. Sie schmeckt nach Zitrone, Joghurt und frischem Brot, die Bittere fehlt fast ganz.
Wodurch unterscheidet sie sich vom bayerischen Weißbier? Das Hefeweizen ist deutlich stärker, mit 4,3 bis 5,6 Prozent, und seine Hefe liefert Banane und Nelke, aber keine Säure. Von der Gose trennt sie, dass diese Salz und Koriander enthält. Beide Weißbiere sind obergärig, nur bei der Weisse kommt die Milchsäure aus der Gärung selbst hinzu.
Der Schuss gehört zur Berliner Tradition. Um 1900 begannen die Brauer, die zunehmend als zu sauer empfundene Weisse mit Fruchtsirup abzumildern, seit den 1920er Jahren ist das verbreitet. Eine Weisse mit Schuss besteht aus 0,33 Litern Bier und etwa 2 Zentiliter Sirup. Himbeere heißt „rot“, Waldmeister heißt „grün“, und letzteres ist oft ein Aroma statt echter Pflanze.
Der Beiname „Champagner des Nordens“ stammt aus dem späten 19. Jahrhundert. Das zweite Leitbier der Stadt ist das Pils: ein untergäriges, herbes Bier, das in Berlin Kindl und Schultheiß als Berliner Pilsner prägten. Der Markenname bleibt „Berliner Kindl Weisse“. Wer in Berlin „eine Weisse“ bestellt, bekommt sie in aller Regel mit Schuss serviert, sofern nichts anderes gesagt wird, und das ist keine Regel, sondern Gewohnheit.
Berliner Weissegemischte Gärung
- Stammwürze
- 7,1–8 °P
- Alkohol
- 2,8–3,8 % vol
- Bittere
- 3–8 IBU
- Farbe
- 4–6 EBC
Blass, trüb, spritzig, deutlich sauer, kaum Bittere.