
Elbe-Saale, Bitterhopfen
Hopfen
Wächst in Brandenburg und der Lausitz Hopfen? Ein nennenswerter Anbau ist für die Brauereien hier nicht belegt. Das nächstgelegene deutsche Anbaugebiet ist Elbe-Saale in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Der Hopfen von dort trägt seit 2014 die geschützte geografische Angabe „Elbe-Saale Hopfen“.
Aus diesem Gebiet kommen vor allem Magnum und Herkules, zwei Sorten mit viel Alphasäure. Alphasäure ist der Stoff im Hopfen, der beim Kochen in die Würze übergeht und das Bier bitter macht. Wer mit solchen Sorten arbeitet, braucht wenig Hopfen für viel Bittere, und das passt zu einem Bier, das nicht nach Hopfen duften, sondern nach Malz schmecken soll.
Beim Schwarzbier liegt der Bittereinheitenbereich laut BJCP-Richtlinien bei 20 bis 35 IBU. IBU steht für International Bitterness Units und misst, wie viel Hopfenbittere im Bier steckt. Das ist spürbar, aber deutlich weniger als bei einem kräftigen Pils oder einem amerikanischen IPA. Die Röstbittere des Malzes und die Hopfenbittere ergänzen sich hier und konkurrieren nicht.
Aromahopfen wie die klassischen edlen Sorten braucht man eher spät im Sud. Sie liefern Blumigkeit und etwas Kräuter, und in einem dunklen Bier verschwinden sie schnell hinter dem Malz. Deshalb legen Brauer bei Schwarzbier und Porter den Schwerpunkt auf eine runde Bittere. Das gilt auch für Löbau, Görlitz und Neuzelle, wo man auf Malzcharakter setzt. Welche Sorten Neuzelle, Landskron oder Bergquell konkret einsetzen, steht nicht in den geprüften Quellen, und wir erfinden keine Hopfenlisten.