
Hopfen aus Teisendorf
Hopfen
Hopfen wächst im Chiemgau kaum. Das große deutsche Anbaugebiet ist die Hallertau nördlich von München, dort stehen rund 17.129 Hektar, etwa 83 Prozent der deutschen Hopfenfläche. Die meisten Chiemgauer Brauereien kaufen ihren Hopfen von dort ein.
Eine Ausnahme ist die Brauerei Wieninger Teisendorf. Entlang der Bundesstraße 304 baut die Brauerei Wieninger nach eigenen Angaben seit mehr als 15 Jahren die Sorte Perle an. Wer dort vorbeifährt, sieht die hohen Gerüste und ahnt, wie Hopfen wächst: Er rankt an Drähten bis zu mehreren Metern in die Höhe.
Was Hopfen im Bier macht, lässt sich in zwei Dinge teilen. Bitterhopfen sorgt für den herben Zug, der die Malzsüße ausgleicht. Aromahopfen kommt gegen Ende des Kochens in den Kessel und gibt Duft nach Kräutern, Blüten oder Heu. Beim Weißbier hält sich beides zurück, deshalb liegen die Bitterwerte hier niedrig, nach Stilnorm bei 8 bis 15 IBU. Das ist eine Messzahl für die Bittere.
Anders als bei Pils steht der Hopfen im Weißbier nicht im Vordergrund. Den Ton setzen Hefe und Weizen, der Hopfen hält das Bier im Gleichgewicht und macht es länger haltbar. Ein Helles verlangt etwas mehr Hopfen, bleibt aber nach Stilnorm mit 16 bis 22 IBU ebenfalls sanft.
Für den Dunkel- und Starkbier-Typ gilt dasselbe in kräftigerer Form: Die Bittere muss gegen mehr Malz bestehen, der Hopfen bleibt aber Begleiter. Das Feld am Fuß des Teisenbergs bleibt die Ausnahme. Hopfen aus der Hallertau trägt seit 2010 eine geschützte geografische Angabe.