
Itz und Sandstein
Wasser & Boden
Die Itz, ein Nebenfluss des Mains, entspringt in Thüringen und fließt durch das Coburger Land nach Süden. Das Tal, das sie gegraben hat, gibt dem Itzgrund seinen Namen: sanfte Hügel, Wiesen, Dörfer mit kleinen Brauereien. Auf der Grenze verläuft das Wasser einfach hinüber, was politisch lange getrennt war.
Woher jede Brauerei ihr Brauwasser holt, geben die Betriebe einzeln an, und eine gemeinsame Härtezahl für den Landkreis gibt es nicht. Deshalb steht hier keine. Bekannt ist, dass Brauereien Wasser heute meist aufbereiten, und dass der Stil eines Bieres längst nicht mehr vom Wasser allein bestimmt wird.
Die Landschaft ist von Sandstein und Lehm geprägt, wie in großen Teilen Frankens. In die Hänge rund um Coburg haben Brauer früher Keller getrieben. Sie blieben im Sommer kühl und im Winter frostfrei, und auf ihnen standen Wirtschaften, in denen das Bier dort ausgeschenkt wurde, wo es lagerte.
Vor der Kältemaschine war das untergärige Bier auf diese Kühle angewiesen, denn gelagert wurde es bei wenigen Grad über null. Ein Bierkeller war so etwas wie ein kleines Kühlhaus mit Ausschank, und dass Coburg im 19. Jahrhundert viele davon besaß, passt zur Zahl der damaligen Brauereien.
Wer das heute nachvollziehen will, geht an einem warmen Tag zu einem der Keller am Hang. Das Bier kommt kühl auf den Tisch, ohne dass jemand etwas dafür tun musste. Der Hang, das Fass und der Schatten der Kastanien reichen als Kühlung völlig aus, und genau deshalb haben sich Kellerwirtschaften in Franken über so viele Generationen gehalten.