
Bittere im Bock
Hopfen
Wie bitter ist Bockbier? Weniger, als man bei so einem starken Bier erwartet. Nach der Stilnorm der Wettbewerbsrichter liegt ein heller Bock bei etwa 23 bis 35 IBU, ein dunkler Bock bei etwa 20 bis 27. IBU ist die Maßzahl für Bittere: Je höher die Zahl, desto herber das Bier. Zum Vergleich hat ein deutsches Pils 22 bis 40.
Der Grund liegt im Malz. Ein Bock bringt so viel Süße mit, dass der Hopfen sie nur ausbalancieren, aber nicht übertönen soll. Das Bier schmeckt dadurch eher rund als scharf, und der Hopfen bleibt im Hintergrund.
Hopfenanbau von Gewicht ist hier nicht belegt. Hopfengärten mit ihren hohen Gerüsten prägen die Landschaft hier nicht, die großen deutschen Anbaugebiete liegen anderswo. Zu ihnen gehören die Hallertau und das Gebiet um Tettnang, für beide gilt seit 2010 ein EU-Herkunftsschutz als geschützte geografische Angabe, außerdem der Elbe-Saale-Raum. Aus welchen Gebieten und mit welchen Sorten die Einbecker Brauerei hopft, sagt am besten sie selbst.
Hopfen hat für Bier zwei Aufgaben. Er liefert zum einen Bitterstoffe, die beim Kochen der Würze in Lösung gehen, und zum anderen Aromaöle, die bei späten Gaben erhalten bleiben. Außerdem wirkt er konservierend. Genau das half dem Einbecker Bier auf seinen langen Wegen: Ein stark eingebrautes, gut gehopftes Bier hielt sich auf den Fässern der Hanseschiffe besser als ein schwacher Trunk.
Im Bock treten die Hopfenaromen bewusst zurück. Wer sie sucht, findet leicht Kräuterwürze oder einen Hauch Gras, aber keine Zitrus- oder Fruchtbombe wie bei einem IPA.