
Kellerbier und Landbier
Bierstile
Was ist Kellerbier? Es ist ein ungefiltertes, untergäriges Bier, das seinen Namen vom Bierkeller hat, in dem es gelagert und oft auch ausgeschenkt wird. Einen eigenen Rezeptkorridor hat es nicht: Es folgt dem Grundstil, also meist Helles, manchmal Märzen oder Dunkel, nur eben naturtrüb.
Wie viel Alkohol hat Kellerbier? Als Helles liegt es nach den Wettbewerbsleitlinien BJCP bei etwa 4,7 bis 5,4 Prozent vol, als Märzen bei 5,6 bis 6,3 Prozent. Konkrete Werte nennt die Brauerei auf dem Etikett und nirgendwo sonst.
Landbier ist kein geschützter Begriff, sondern ein Name, den Brauereien frei verwenden. In der Fränkischen Schweiz meint er meist ein bernsteinfarbenes bis hellbraunes, untergäriges Bier mit weichem Malzkörper und wenig Bittere. Das Wort klingt nach Dorf, und so schmeckt es auch.
Der Unterschied zum Zwickel ist klein. Zwickelbier ist ebenfalls naturtrüb, die Bezeichnung kommt vom Zwickelhahn, mit dem der Brauer eine Probe aus dem Lagertank zog. Viele Brauereien in Franken nennen dasselbe Bier mal Zwickel, mal Kellerbier, mal Landbier.
Vom Pils unterscheidet sich Kellerbier durch Körper und Zurückhaltung. Pils ist heller, trockener und deutlich bitterer. Das Seidla aus dem Keller will keinen Eindruck machen, es soll nach dem zweiten Schluck nicht müde machen. Deshalb gilt es in der Gegend als Gebrauchsbier im besten Sinn: ein Getränk für den Tisch, nicht für die Vitrine, das man nebenbei trinkt und erst beim nächsten Glas vermisst.
Kellerbier (Helles-Grundstil)untergärig
- Stammwürze
- 11–11,9 °P
- Alkohol
- 4,7–5,4 % vol
- Bittere
- 16–22 IBU
- Farbe
- 6–10 EBC
Naturtrüb, goldgelb, Hefe im Glas, weiche Malznote, wenig Bittere.