
Wie viel Hopfen
Bierstile
Wie bitter darf ein Bier sein? Die Hallertau beantwortet das mit drei Stilen, die sich vor allem in ihrer Bittere unterscheiden. Sie lässt sich in IBU messen, den Internationalen Bittereinheiten: mehr IBU, mehr Bittere.
Das Helle ist der sanfte Fall. Es ist goldgelb, untergärig und malzig, mit wenig Bittere. Hopfen soll hier den Malzkörper stützen, nicht übertönen, sodass beim Trinken kaum ein Hopfenaroma auffällt.
Das deutsche Pils ist das klassische Hopfenbier. Es ist hell, trocken und deutlich herber, mit blumigem oder kräuterigem Duft, und der Hopfen bleibt bis zum Abgang spürbar. Pils ist in Deutschland ein Gattungsname, kein geschützter Begriff.
Das Weißbier ist der Außenseiter. Es ist obergärig, hat Banane und Nelke von der Hefe und nur wenig Bittere, weil der Hopfen hinter der Hefe zurückbleibt. Neben einem Pils wirkt es fast süß, obwohl der Unterschied vor allem im Hopfen und in der Hefe liegt.
Wer in Mainburg oder Wolnzach nach einem Bier fragt, bekommt meist eines der drei. Als Hopfen kommt dann oft Hallertauer Mittelfrüh oder Perle in Frage, die klassischen Aromasorten, deren Duft man beim Pils am deutlichsten merkt. Ein Rezept verraten die Sorten allerdings nicht, denn jede Brauerei mischt ihre Hopfengaben selbst.
Die Zahlen unten stammen aus dem Wettbewerbs-Leitfaden BJCP 2021, einer US-Norm, und sind Korridore, keine Rezepte. Ein einzelnes Bier kann außerhalb liegen; maßgeblich sind die Angaben der Brauerei.
Hellesuntergärig
- Stammwürze
- 11–11,9 °P
- Alkohol
- 4,7–5,4 % vol
- Bittere
- 16–22 IBU
- Farbe
- 6–10 EBC
Goldgelb, malzig, wenig Bittere, kaum Hopfenduft.