
Bittere und Aroma
Hopfen
Wächst in Hamburg Hopfen? Kaum, der Hopfen für Hamburger Bier kommt aus den deutschen Anbaugebieten. 2025 standen in Deutschland 18.962 Hektar Hopfen, davon rund 17.129 Hektar in der Hallertau. Das Elbe-Saale-Gebiet, weiter elbaufwärts gelegen, trägt etwa 1.550 Hektar.
Hopfen gehört seit dem Mittelalter zum Hamburger Bier. Wahrscheinlich 1233 begann hier die Produktion von Hopfenbier, wie Hamburger Museen und Geschichtsbücher berichten. Hopfen hielt das Bier länger frisch und machte lange Seereisen möglich, außerdem bot er eine angenehme Bittere. Das konkurrierende Würzkraut Gagel erreichte beides nicht. Das war ein Vorteil für den Export, denn Bier musste auf dem Seeweg Wochen überstehen.
Bitterhopfen und Aromahopfen erfüllen unterschiedliche Aufgaben. Sorten wie Magnum und Herkules aus dem Elbe-Saale-Gebiet liefern vor allem Bittere. Wird Hopfen früh gekocht, gibt er Bitterstoffe ab, wird er spät zugegeben, bleiben mehr Duftstoffe im Bier.
Ein deutsches Pils liegt nach der Stilnorm bei 22 bis 40 Bittereinheiten (IBU), das ist das Maß für die Bittere. Das Hamburger Pils sitzt irgendwo in diesem Rahmen; einzelne Werte nennen die Brauereien selbst, und sie liegen je nach Marke etwas höher oder niedriger.
Die Craft-Szene greift gern zu Sorten aus den USA oder Neuseeland, die Zitrus und Tropenfrucht mitbringen. Ratsherrn aus den Schanzenhöfen zählt sich zu den Pionieren dieser Bewegung.
Heute ist ein Pils aus Altona oder von St. Pauli ein Bier mit norddeutscher Bittere, auch wenn der Hopfen aus der Hallertau stammt.