
Pils, Landbier, Weizen
Bierstile
Das Leitbier Hessens ist das Pils. Es ist hell, untergärig, spürbar bitter und trocken im Abgang, und die Marken Licher Pils und Binding Römer Pils stehen dafür. Pils ist in Deutschland ein Gattungsname und gesetzlich nicht geschützt, anders als „Pilsner Urquell“, das eine Marke ist.
Wie unterscheidet sich Landbier vom Pils? Der Name hat keine feste Norm. Licher bringt ein Hessenquell Landbier heraus und stellt es als regionale Spezialität vor. Man erwartet ein milderes, weniger herbes Bild als beim Pils, die genaue Rezeptur bleibt aber Sache der Brauerei. Wer ein Landbier probiert, sollte also nicht ein bestimmtes Muster erwarten, sondern das Etikett und die Beschreibung der Brauerei lesen.
Dazu kommt das Weißbier, das hier meist Weizen heißt, etwa der Schöfferhofer. Der Unterschied zum Pils liegt in Hefe und Weizenmalz: Das Weizen ist obergärig, trüb, mit Aromen nach Banane und Nelke, und deutlich weniger gehopft. Bei hellem Weißbier sind die Aromen kein Zusatz, sondern ein Nebenprodukt der Hefe.
Und der Apfelwein? Er ist kein Bier und gehört keiner Bierfamilie an. Er wird aus Äpfeln vergoren, schmeckt sauer und herb und wird in Frankfurt traditionell aus dem Bembel in Gläsern mit Rautenmuster serviert.
Wichtig für den Vergleich: Pils schmeckt schlank und bitter, Weizen weich und fruchtig, Apfelwein sauer und herb. Die Zahlen unten sind Wettbewerbskorridore aus dem BJCP-Leitfaden, keine hessische Vorschrift. Einzelne Biere liegen außerhalb, den echten Wert verrät das Etikett.
Pilsuntergärig
- Stammwürze
- 11–12,4 °P
- Alkohol
- 4,4–5,2 % vol
- Bittere
- 22–40 IBU
- Farbe
- 4–8 EBC
Helles Goldgelb, feste Schaumkrone, deutliche Hopfenbittere, trockener Abgang.