
Maß, Halbe, Holzfass
Verkosten
Ein Münchner Helles verkosten heißt, auf Feinheiten zu achten. Das Bier ist hellgolden mit weißem, dichtem Schaum. In der Nase riecht man Getreide und Brotkruste, am Gaumen läuft es weich und fast ohne Bittere, im Abgang bleibt eine leichte Süße. Passende Beispiele zum Vergleichen sind Augustiner Edelstoff, Spaten Münchner Hell und Paulaner Münchner Hell.
Das Dunkel zeigt ein anderes Bild. Hofbräu Dunkel steht für den Stil: Dunkelbraun, riecht nach Brot und Karamell, schmeckt rund und leicht süßlich. Wer Helles und Dunkel hintereinander probiert, merkt, dass die Farbe wenig über die Stärke verrät. Beide liegen in der Nähe von fünf Prozent Alkohol. Wer vergleichen will, probiert in kleinen Mengen und achtet erst auf Duft, dann auf Körper, dann auf den Nachgeschmack.
Die Temperatur ist wichtig. Helles schmeckt gut bei etwa sieben Grad, Dunkel darf einen Hauch wärmer sein, damit die Malzaromen aufgehen. Zu kalt ausgeschenkt, verschwinden sie. Als Glas dient in München die Halbe, ein Krug oder Glas mit einem halben Liter, oder die Maß mit einem Liter.
Beim Einschenken spielt der Schaum mit. Das Glas wird schräg gehalten, das Bier läuft an der Wand herab, und zum Schluss bildet sich eine feste Krone. Manche Münchner Wirtshäuser schenken Helles noch aus dem Holzfass aus. Das Bier schmeckt dort etwas weicher, weil es schonender gezapft wird, doch die Menge wird nach Gefühl und Brauch bemessen.