
Märzen & Festbier
Bierstile
Was unterscheidet Märzen und Festbier? Beide sind untergärige Lagerbiere aus Bayern mit ähnlicher Stärke, beide stehen in Rosenheim zum Herbstfest im Krug. Der Unterschied liegt in Farbe und Charakter.
Das Märzen ist die ältere Form. Es hat 13,3 bis 14,7 Grad Plato, 5,6 bis 6,3 Prozent Alkohol und eine Farbe von tiefgolden bis kupfern. Es schmeckt nach Brotkruste und Malz, die Bittere bleibt bei 18 bis 24 IBU zurückhaltend. Der Auerbräu füllt einen Herbstfest-Märzen ab, die Flötzinger Brauerei braut zum Fest ebenfalls ein Märzen.
Das Festbier ist heller. Es leuchtet goldgelb, wirkt im Malz etwas milder und trinkt sich glatter, bei 5,8 bis 6,3 Prozent Alkohol. Auf der Münchner Wiesn hat dieses goldene Festbier das bernsteinfarbene Märzen abgelöst.
Im Rosenheimer Zelt steht trotzdem kein Oktoberfestbier. Der Name ist seit 2022 als g.g.A. geschützt und nur für Brauereien innerhalb der Münchner Stadtgrenze erlaubt, also für Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten. Rosenheimer Brauer nennen ihr Bier deshalb Märzen oder Festbier.
Die Zahlen stammen aus Wettbewerbsrichtlinien. Einzelne Biere liegen darüber oder darunter, genaue Werte stehen auf dem Etikett. Märzen und Festbier sind zudem keine rechtlich geschützten Namen, sie beschreiben nur die Brauart.
Zum Helles gehört ein Abstand: Es hat 11 bis 11,9 Grad Plato und 4,7 bis 5,4 Prozent Alkohol, ist also deutlich leichter. Wer einen langen Abend im Zelt verbringt, merkt den Unterschied an der Fülle im Mund und an der Süße des Malzes.
Märzenuntergärig
- Stammwürze
- 13,3–14,7 °P
- Alkohol
- 5,6–6,3 % vol
- Bittere
- 18–24 IBU
- Farbe
- 16–33 EBC
Tiefgolden bis kupfern, Brotkruste und Malz, zurückhaltende Bittere.