
Pilstulpe
Verkosten
Wie schmeckt Pils aus dem Sauerland? Zuerst kommt ein frischer, leicht brotiger Malzduft, dann eine klare, trockene Bittere, die nicht lange nachklingt. Der Abgang ist sauber, ohne süßen Rest. Wer neu im Stil ist, merkt zuerst den Schaum und die Kohlensäure, dann die Bittere, und erst beim zweiten Schluck die feine Malznote darunter.
Als Geschmacksbeispiele bieten sich die Pilsbiere der drei Hausmarken an: das Pils von Warsteiner, das Veltins Pilsener und das Krombacher Pils. Sie liegen im Stil nah beieinander, unterscheiden sich aber in Härte der Bittere und Körper. Der Unterschied ist fein und lässt sich nur im direkten Vergleich schmecken. Wer vergleichen will, probiert sie nacheinander und achtet auf Schaum und Nachgeschmack.
Das passende Glas ist die Pilstulpe, ein schlankes, nach oben leicht geschwungenes Glas mit Stiel oder Fuß. Es hält den Schaum zusammen und lässt die Kohlensäure sichtbar aufsteigen.
Als Trinktemperatur werden meist etwa sechs bis acht Grad genannt. Zu kalt, und das Bier verliert Aroma, zu warm, und die Bittere wird breit. Das Glas sollte sauber und kalt gespült sein, denn Fett oder Spülmittelreste lassen den Schaum zusammenfallen.
Beim Zapfen entscheidet der Schaum. Eine gute Krone ist fein, weiß und mindestens zwei Finger hoch. Dafür wird das Glas zuerst schräg gefüllt, dann gerade gestellt und mit Schaum aufgefüllt. Wie lange das dauert, hängt von Anlage, Temperatur und Kohlensäure ab, und zu viel Eile rächt sich mit grobem Schaum.