
Pils und Helles
Bierstile
Das Pils ist das Leitbier des Schwarzwalds, und das Rothaus Tannenzäpfle ist sein bekanntester Vertreter. Es kam 1956 in der 0,33-Liter-Flasche auf den Markt, entworfen vom damaligen Brauereidirektor Edwin Nägele. Zu jener Zeit war die 0,7-Liter-Flasche üblich, gerade die kleine Größe machte es bekannt.
Wie schmeckt ein deutsches Pils? Es ist hellgelb bis goldgelb, hat eine feste weiße Schaumkrone und eine deutliche, aber nicht grobe Hopfenbittere. Der Körper ist schlank, der Abgang trocken. Ein Schwarzwälder Pils mit weichem Wasser wirkt dabei oft rund statt scharf.
Der Stil stammt aus Pilsen. Der Bayer Josef Groll braute dort am 5. Oktober 1842 den ersten Sud eines hellen untergärigen Bieres. Pils ist in Deutschland ein Gattungsname, nur Marken wie Pilsner Urquell sind geschützt. Das deutsche Pils ist meist trockener und herber als das böhmische, das mehr Malzkörper hat.
Neben dem Pils füllen viele Schwarzwälder Brauereien ein Helles ab. Es ist milder gehopft und weicher im Körper, mit Brotkruste und leichter Süße. Wer vom Pils kommt und es weniger bitter mag, greift zum Hellen. Beide Biere sind untergärig und ähneln sich in Farbe, aber nicht im Hopfen. Das Pils trägt die Bittere vorn, das Helle das Malz, und wer beide nebeneinander probiert, schmeckt den Unterschied sofort.
Wichtig ist, dass die Zahlen im Steckbrief Wettbewerbsrahmen sind. Sie stammen aus dem Regelwerk BJCP für Bierwettbewerbe und gelten für einen Stil, nicht für eine einzelne Brauerei. Das Etikett einer Flasche gibt den echten Alkoholgehalt an.
Pilsuntergärig
- Stammwürze
- 11–12,4 °P
- Alkohol
- 4,4–5,2 % vol
- Bittere
- 22–40 IBU
- Farbe
- 4–8 EBC
Hellgelb, feine Hopfenbittere, trockener Abgang, feste weiße Krone.