
Gerste vom Löss
Malz & Getreide
Warum heißt der Gäuboden die Kornkammer Bayerns? Weil hier auf den Lössböden ungewöhnlich viel wächst: Weizen, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln und Feldgemüse, dazu die Gerste, aus der die Brauer ihr Malz machen. Der Boden ist tief, nährstoffreich und leicht zu bearbeiten, und das merkt man den Erträgen an.
Die Karmeliten Brauerei erklärt, ihre Braugerste komme aus dem Straubinger Stadtgebiet. Das ist ein kurzer Weg vom Acker zum Sudhaus. Die Brauerei hat damit etwas, wofür andere Regionen ihr Getreide über Hunderte Kilometer holen müssen.
Aus Gerste wird Malz, indem man die Körner anfeuchtet, keimen lässt und dann auf der Darre trocknet. Dabei wandeln sich Stärke und Eiweiß, die Hefe später zu Alkohol vergären kann. Je länger und heißer man darrt, desto dunkler und röstiger wird das Malz. Helle Malze geben dem Festbier sein sattes Gold, ein wenig Karamellmalz rundet es ab.
Beim Weißbier kommt Weizen dazu. Die Straubinger Weisse wird, wie jedes Weißbier, aus Weizenmalz und Gerstenmalz gebraut. Der Weizen macht den Schaum cremig und das Bier trüb und fruchtig. Welchen Anteil Weizenmalz eine einzelne Sorte hat, steht auf der Seite der Brauerei und nicht bei uns.
Eigene Mälzereien in der Stadt haben wir nicht belegt. Fest steht dagegen, dass die Karmeliten schon 1848 eine Malzmühle zurückkauften. Zur Brauerei gehörte also von jeher das Mahlen des Malzes, bevor man es im Sudhaus mit heißem Wasser mischt.