
Nördlichstes Hopfenland
Hopfen
In Thüringen wächst Hopfen, wenn auch nicht in der Menge Bayerns. Das Land gehört zum Anbaugebiet Elbe-Saale, dem nördlichsten Hopfengebiet Deutschlands, das sich über Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt zieht. Nach den Angaben des Hopfenpflanzerverbands ist es nach der Hallertau das zweitgrößte des Landes.
Auf Thüringen entfallen je nach Quelle rund 350 bis 410 Hektar. Für das gesamte Gebiet Elbe-Saale nennen aktuelle Marktberichte etwa 1.550 Hektar, ungefähr acht Prozent der deutschen Fläche. Seit 2014 ist der Name Elbe-Saale Hopfen als geschützte geografische Angabe in der EU eingetragen.
Wichtigste Sorte ist Magnum, ein in Hüll gezüchteter Hopfen mit hohem Gehalt an Bitterstoffen, der 1993 zugelassen wurde. Daneben stehen Herkules, ebenfalls ein Bitterhopfen, und Aromasorten wie Perle. Perle und Northern Brewer gelten in der Region als weitere Standardsorten.
Bitterhopfen und Aromahopfen unterscheiden sich im Einsatz. Die Bitterstoffe lösen sich beim langen Kochen der Würze, der gesüßten Flüssigkeit aus Malz und Wasser. Das Aroma flüchtet bei Hitze und bleibt nur erhalten, wenn der Hopfen erst gegen Ende des Kochens oder später dazukommt.
Schwarzbier verlangt keine Hopfenbombe. Der Stilrahmen liegt bei 20 bis 35 Bittereinheiten, einem Maß für die Bittere. Hopfen soll das Bier in der Balance halten, damit Röstmalz und Süße nicht zusammenkleben, und im Hintergrund bleiben. Deshalb kommt für das Köstritzer Schwarzbier und seine Verwandten ein eher zurückhaltender Hopfeneinsatz infrage, während helles Pils deutlich kräftiger gehopft wird.