
Sahti im Steckbrief
Bierstile
Wie schmeckt Sahti? Kräftig, süß und ungewohnt. Der erste Eindruck ist Malz und Brot, dann kommt ein Duft nach Wacholder, Harz und manchmal Banane. Das Bier ist trüb, hat wenig Schaum und fast keine Kohlensäure, es fühlt sich beinahe wie ein dünner Saft an.
Die Farbe reicht von Hellgelb bis Dunkelbraun. Laut Stilnorm liegen die Werte zwischen etwa 8 und 43 EBC, das ist die Farbskala der Brauer: Hellgelbe Biere haben kleine Zahlen, schwarze Biere große. Wie dunkel ein Sahti wird, hängt davon ab, wie das Malz getrocknet wurde und ob Steine in die Würze kamen.
Was unterscheidet Sahti von einem Ale? Ein englisches Ale ist meist klar und hopfig, Sahti dagegen trüb, süß und fast ohne Hopfen. Auch zum Nachbarn Gotlandsdricka von der Insel Gotland, das ebenfalls Wacholder enthält, besteht ein Unterschied: Der finnische Sahti ist stärker, voller und enthält Backhefe und Roggen.
Der Alkohol wirkt weniger spürbar, als er ist. Sieben bis elf Prozent stehen in der Norm, das ist so viel wie bei einem Starkbier. Die Süße verdeckt den Alkohol, und genau das macht Sahti zu einem Bier, das man langsam und in kleinen Mengen trinken sollte.
Die g.t.S.-Eintragung seit 2002 beschreibt Sahti als Verfahren: Wacholder, Gerste, Roggen und eine Filterung durch Stroh und Zweige. Ein Sahti ohne Wacholder wäre nach dieser Beschreibung kein Sahti. Alle Zahlen oben sind Spannen der Stilnorm, einzelne Biere, etwa von Lammin Sahti oder aus Sysmä, können davon abweichen.
Sahtiobergärig
- Stammwürze
- 18,4–28,1 °P
- Alkohol
- 7–11 % vol
- Bittere
- 0–15 IBU
- Farbe
- 8–43 EBC
Trüb, süß und malzig, Wacholderharz, kaum Hopfen, fast ohne Kohlensäure.