
Trüb, süß, harzig
Verkosten
In einem Wirtshaus oder Bauernhaus in Häme wird Sahti aus dem Fass geholt und in einen Krug gefüllt. Das Bier sieht aus wie dunkler Honig oder trübes Bernstein, und weil es kaum Kohlensäure hat, bildet sich nur ein dünner Schaum. Wer ein Glas bekommt, erkennt an der Trübung sofort, dass die Hefe noch darin ist.
Wie trinkt man Sahti? Kühl, aber nicht eiskalt, in kleinen Schlucken. Ein Tulpenglas oder ein kleiner Krug passt gut, denn die Aromen von Malz und Wacholder sammeln sich im oberen Teil. Traditionell wird auch aus einem Holzbecher getrunken, dessen Form sich je nach Gegend unterscheidet.
Eine feste Regel für das Einschenken gibt es nicht. Wichtig ist nur, das Bier vorsichtig zu gießen und den Satz nicht ganz aufzuwirbeln, sonst wird es noch trüber. Frisch aus der Kuurna oder aus dem Fass schmeckt Sahti am besten, und eine geöffnete Flasche sollte man bald austrinken.
Als Beispiel für einen Hersteller aus der Region nennen Bierautoren Lammin Sahti aus Lammi, die erste moderne Sahti-Brauerei Finnlands. Daneben gibt es Hollolan Hirvi mit seinem Steinsahti Kivisahti sowie kleinere Hofbrauer wie in Hartola. Für den ersten Versuch eignet sich ein helleres, frisches Exemplar besser als ein sehr dunkles.
Beim Probieren gehen die Meinungen auseinander. Manche mögen die Süße und das Harz, andere finden Sahti eher gewöhnungsbedürftig. Ein Bier für jeden Tag ist es nicht, eher eines für den ersten Abend im Sommerhaus und für eine kleine Runde. Bei diesem Alkoholgehalt gilt: wenig, langsam und mit etwas zu essen.