
Verlorener Anbau
Hopfen
Hopfen macht Bier haltbar und bitter. Die Dolden einer Kletterpflanze liefern Bitterstoffe, die gegen die Süße des Malzes stehen, und Öle, die nach Kräutern, Blumen oder Zitrus duften. Wer früh im Sud hopft, bekommt Bittere, wer spät hopft, bekommt Aroma.
In Lothringen wurde früher selbst Hopfen angebaut. Die Maison de la Polyculture in Lucey zeigt in einer Dauerausstellung den Hopfenbau der Region, der 1971 endete, samt einer nachgebauten Hopfenscheune.
Wer in Lothringen heute braut, kauft den Hopfen deshalb meist anderswo ein. Das nächste französische Anbaugebiet ist das Elsass, die großen Gebiete liegen in Deutschland und Tschechien, etwa die Hallertau und Žatec.
Im Brauereimuseum in Saint-Nicolas-de-Port hat der Hopfen sogar einen eigenen Raum. Dort sieht man, wie Dolden getrocknet, gelagert und abgewogen wurden, bevor sie in den Sud kamen.
Wie viel Hopfen ein Bier bekommt, unterscheidet die Stile. Helle Lagerbiere sind eher mild gehopft, mit wenig Bittere und einer leichten Würze im Abgang. Wer ein kräftig gehopftes Bier sucht, findet es nicht in diesem Stil, sondern bei Pale Ales und IPAs.
Hopfen muss außerdem frisch sein, denn seine Öle verfliegen und seine Bitterstoffe oxidieren. Große Brauereien wie Champigneulles kaufen deshalb Pellets oder Extrakte ein, die sich lange lagern lassen. Kleine Betriebe rund um Nancy greifen auch zu ganzen Dolden, wenn sie sie bekommen. Der Unterschied zeigt sich im Duft: Frische Dolden riechen grasiger und lebendiger als Pellets.