
Kreide & Monts
Wasser & Boden
Flandern ist flach, und wo sich das Land hebt, tragen die Erhebungen stolze Namen. Der Mont Cassel, der Mont des Cats und der Mont des Récollets sind die drei Hügel, auf die sich der Name des Biers 3 Monts bezieht. Von dort sieht man über Felder, Kanäle und Backsteindörfer bis zum Horizont.
Unter den Feldern des Artois liegt großenteils Kreide. Wo Brunnen daraus schöpfen, ist das Wasser kalkreich und hart. Welche Quelle eine einzelne Brauerei nutzt, erzählen die Betriebe selten genau. Sicher ist nur, dass fast alle Brauereien ihr Wasser heute aufbereiten, also enthärten oder Mineralsalze zugeben. Dass allein das Wasser den Stil macht, gehört der Vergangenheit an.
Dahinter steckt eine Faustregel. Karbonatreiches Wasser, das also viel gelösten Kalk enthält, passt zu dunklen Malzen und rundet sie ab. Für eine helle Bière de Garde, die Blonde, reicht den Brauern weicheres Wasser, damit die Malzsüße nicht stumpf wirkt.
Das Klima am Rand der Nordsee ist mild und feucht, im Winter selten frostig. Für die Hofbrauer war das ein Segen: Sie konnten bis ins Frühjahr hinein brauen und das fertige Bier kühl in Kellern oder Scheunen ruhen lassen. Erst die Reife in der Kühle gab dem Bier die weichen Kanten, die man heute an der Bière de Garde schätzt.
Gelagert wurde in Fässern, später in Flaschen. Ein Bier, das Monate liegen soll, braucht einen Raum ohne Hitze und ohne starke Schwankungen. Der Keller unter dem Hof erfüllte das, ein Kühlschrank war dafür nie nötig.