
IPA und Bitter
Bierstile
Was ist ein IPA, und stammt es wirklich aus Burton? Die Abkürzung steht für India Pale Ale, ein helles, stark gehopftes Exportbier, das vor allem in Indien Erfolg hatte. Der Begriff taucht erst im frühen 19. Jahrhundert auf. Burton upon Trent lieferte mit Allsopp und Bass einen Großteil dieser hellen Biere und machte sie berühmt.
Die bekannte Geschichte, jemand habe das IPA erfunden, damit Bier die lange Seereise übersteht, stimmt so nicht. Bier ging schon ab 1711 nach Indien. George Hodgson von der Bow Brewery belieferte die Ostindien-Kompanie mit hellem „October beer“, erfand aber keinen neuen Stil. Truppen in Indien tranken bis Ende des 19. Jahrhunderts auch Porter.
Wie schmeckt ein englisches IPA? Es ist goldgelb bis kupferfarben, trocken und deutlich bitter, aber mit einem Malzkörper, der für Ausgleich sorgt. Anders als das amerikanische Vorbild riecht es nach Erde, Marmelade und Kräutern, nicht nach Zitrus. Die Bittere liegt zwischen 40 und 60 IBU, der Alkohol zwischen 5 und 7,5 Prozent.
Der zweite Burton-Klassiker ist leichter. Ein Best Bitter ist ein kupferfarbenes, trockenes Fassbier mit rund 4 Prozent Alkohol. Es ist weniger kräftig als das IPA, aber ähnlich gebaut. Der Name Bitter täuscht Fremde, denn das Bier schmeckt malzig, mit Karamell, Nuss und einem herben Abgang.
Der Unterschied zum Nachbarstil liegt in Stärke und Gehopfung. Ein IPA hat mehr Stammwürze, also mehr gelöste Stoffe in der Würze vor der Gärung, und damit mehr Alkohol. Ein Bitter ist der Alltagsbegleiter am Tresen, ein IPA ist eher Anlass. Beide gärt man obergärig, beide lassen sich mit Burton-Wasser schärfen.
English IPAobergärig
- Stammwürze
- 12,4–17,1 °P
- Alkohol
- 5–7,5 % vol
- Bittere
- 40–60 IBU
- Farbe
- 12–28 EBC
Gold bis Kupfer, trocken, deutlich bitter, erdige Hopfenwürze über festem Malz.