
Pint & Handpumpe
Verkosten
Ein Edinburgher Ale im Pint-Glas schmeckt nach Brotkruste, Karamell und etwas Obst, der Hopfen steht dahinter. Der Imperial Pint fasst 568 Milliliter. Wer weniger will, bestellt einen „Half“, das ist ein halber Pint. Die Farbe reicht von Bernstein bis Kupferbraun, der Schaum fällt eher fein und niedrig aus.
Wer die Region schmecken will, hat vier Anhaltspunkte. Deuchars IPA, einst an der Slateford Road gebraut, kommt heute aus Belhaven in Dunbar und ist hell, trocken und deutlich hopfiger als das Übrige. Belhaven selbst bringt ein Scottish Ale mit Malzfülle. Stewart Brewing mit Sitz am Stadtrand führt Biere mit Edinburgher Namen wie Embra, St Giles, Holyrood und Cauld Reekie. Und Barney’s im Summerhall braut mit Good Ordinary Pale Ale ein Bier der mittleren Stärke.
Cask Ale, das nicht mit Gas gedrückt wird, serviert man in Edinburgh wie in ganz Großbritannien kühler als Raumtemperatur, aber wärmer als ein Lagerbier, oft bei etwa zehn bis dreizehn Grad. Zu kalt, und die Malzaromen verschwinden. Der Wirt zieht das Bier mit der Handpumpe, dem „Beer Engine“, aus dem Keller nach oben, und der Hahn bleibt dabei meist am Tresen.
Probiert man ein 80/-, lohnt der Vergleich mit einem 60/- oder 70/-. Je weniger Stammwürze, desto leichter der Körper, und desto mehr tritt das Malz hinter den Hopfen zurück. Ein Wee Heavy trinkt man klein und langsam, wie einen Dessertwein.