
Fuggle, Golding, Citra
Hopfen
Hopfen macht Bier bitter, haltbar und aromatisch, und im Bitter aus Wales tut er das zurückhaltend. Die großen britischen Anbaugebiete liegen in England, in Kent, Herefordshire und Worcestershire. Von dort kommen die klassischen Sorten Fuggle und Goldings, die erdig, würzig und leicht blumig schmecken.
Wie bitter ist ein Bitter wirklich? Nach der Stilnorm der BJCP bewegt sich ein Best Bitter bei 25 bis 40 IBU. Die Einheit misst die Bittere in Milligramm Iso-Alphasäure je Liter. Ein Dark Mild liegt mit 10 bis 25 IBU deutlich darunter, und ein englisches IPA erreicht 40 bis 60. Der Name „Bitter“ ist also eher ein Vergleich zum süßeren Mild als ein Versprechen.
Brauer unterscheiden zwischen Bitterhopfen und Aromahopfen. Der Bitterhopfen kocht lange in der Würze, wodurch seine Alphasäuren die Schärfe liefern. Aromahopfen kommt spät in den Kessel oder sogar kalt ins Fass, damit sein Duft nicht verfliegt. Die traditionellen walisischen Biere setzen eher auf das Erste.
Die neuen Brauereien Wales haben die Sorten gewechselt. Tiny Rebel aus Newport nennt ein Bier Clwb Tropicana und meint damit fruchtige Aromahopfen, wie sie aus den USA kommen: Cascade, Citra, Mosaic. Der Hopfen wächst dort in der Yakima-Region und in anderen Gebieten und reist als Pellets nach Wales. Wer ein Bier aus dem Süden Wales probiert, merkt daher schnell, ob es alte oder neue Schule ist. Beim Riechen verrät sich der Unterschied: erdig und nach Heu oder grell nach Mango.