
Goldings und Fuggle
Hopfen
Hopfen wächst in Yorkshire kaum, das Hopfenland Englands liegt weiter südlich. Berühmt ist Kent mit seinen Sorten East Kent Goldings und Fuggle. East Kent Goldings steht seit 2013 als geschützte Ursprungsbezeichnung im EU-Register.
Was machen diese Sorten im Bier? Goldings und Fuggle schmecken erdig, würzig und leicht blumig, anders als die Zitrus- und Fruchtaromen amerikanischer Hopfen wie Cascade. Sie passen zum Malzcharakter eines Bitters, der nicht übertönt werden soll. Zugegeben wird der Hopfen oft in mehreren Stufen während des Kochens der Würze: früh für die Bittere, spät für das Aroma, weil die flüchtigen Duftstoffe bei langem Kochen verfliegen.
Hopfen hat zwei Aufgaben. Er liefert Bittere, die der Süße des Malzes das Gleichgewicht hält, und er liefert Aroma. Bittere gibt man in IBU an, den internationalen Bittereinheiten. Ein Best Bitter liegt nach BJCP bei 25 bis 40, ein Old Ale zwischen 30 und 60.
Die Brauer in Tadcaster, Masham und Keighley kaufen ihren Hopfen also von weither ein. Das ist keine Besonderheit: Auch in Deutschland braut nicht jede Brauerei dort, wo ihr Hopfen wächst. Ein Etikett sagt dazu meist wenig. Wichtiger ist, ob das Bier insgesamt ausgewogen schmeckt, ob also Bittere und Malzsüße einander die Waage halten.
Beim Verkosten lässt sich trotzdem einiges lesen. Ein trockener, leicht herber Abgang und ein Hauch von Gras oder Tee deuten auf englische Hopfentradition. Fruchtig und saftig wäre es dagegen bei einem Craft-IPA aus den USA. Wer beide hintereinander probiert, merkt den Unterschied sofort.