
Zwei Etappen
Verkosten
Wie zapft man ein Guinness richtig? In Dublin ist das ein kleines Ritual. Nach Angaben von Guinness wird das Glas in einem 45-Grad-Winkel unter den Hahn gehalten, bis es zu drei Vierteln gefüllt ist. Dann ruht es, und erst danach wird es aufgefüllt. Das Ganze soll 119,5 Sekunden dauern.
In dieser Pause steigen die Stickstoffbläschen auf und bilden den dichten Schaum, der anfangs wie ein Wolkenmeer im schwarzen Bier aussieht. Man sieht, wie sich die Farbe setzt: unten dunkel wie Tinte, oben weiß wie frische Sahne. Das ist reizvoll, hat aber nichts mit Show zu tun, sondern mit Gasphysik.
Die Temperatur liegt höher als bei einem Pils, das man eisgekühlt trinkt, und das gilt auch für das Foreign Extra Stout. Bei zu kaltem Stout verschwinden Röst- und Kaffeearomen, bei etwas mehr Wärme öffnen sie sich. Es lohnt sich, das Glas kurz stehen zu lassen.
Als Beispiel für den Geschmack dient das Guinness Draught, wie es im Storehouse oder in jedem Pub der Stadt ausgeschenkt wird: Es riecht nach Röstbrot und Kakao, wirkt im Mund weich und cremig und endet trocken. Foreign Extra Stout ist dasselbe Prinzip mit mehr Gewicht, mehr Herbe und längerem Nachhall.
Getrunken wird aus dem Pint, einem tulpenförmigen Glas mit 568 Millilitern, dem imperialen Pint. Die Tulpenform hält den Schaum zusammen. Wer nur ein halbes Maß möchte, bestellt in Irland ein „Glass“, der Rest ist Gewohnheit und Übung.