
Kalt gehopft
Hopfen
Was heißt Dry Hopping beim Pils? Der Brauer gibt den Hopfen nicht in die kochende Würze, sondern ins kalte, fast fertige Bier. Kochen treibt das Aroma aus dem Hopfen, und kalt bleiben die Duftstoffe im Glas. Heraus kommt ein Bier, das nach Blumen, Kräutern und Heu riecht, ohne bitterer zu werden.
Agostino Arioli hat diese Technik 1996 in den Lagerbierkeller geholt. Sie stammt aus der Welt der englischen Ales, bei einem untergärigen Pils war sie damals unüblich. Das Tipopils wird nach Angaben der Brauerei zweifach kalt gehopft.
Hopfen wächst in der Lombardei kaum, also kauft man ihn zu. Nach Presseberichten kommt der größte Teil für das Birrificio Italiano aus Tettnang und aus Slowenien. Der Tettnanger Hopfen ist seit 2010 als g.g.A. geschützt, der Štajerski hmelj aus der Steiermark seit 2017. Eine Hopfenfläche der Lombardei gibt es nicht zu nennen.
Zwei Dinge sollte man trennen. Die Bittere kommt aus dem Kochen, in dem sich die Alphasäure des Hopfens löst, und sie wird in IBU gemessen. Das Aroma kommt aus den ätherischen Ölen, die beim kalten Hopfen im Bier bleiben. Ein deutsches Pils liegt laut Stilnorm bei 22 bis 40 IBU, der Duft kommt beim Italian Pils aber deutlich stärker nach vorn.
Dazu kommt der Zeitpunkt. Ein Hopfen, der erst am Ende des Kochens oder kalt ins Bier gelangt, bringt Duft statt Bittere. Das ist der Grund, warum das Tipopils trotz seines starken Aromas nicht schwer wirkt.